Neue SBB-Züge Politik verlangt Klarheit über das Milliardengeschäft

Nach den Enthüllungen von «10v10» fordern jetzt Parlamentarier Einsicht ins Dossier und notfalls auch eine PUK.

Pendlerinnen und Pendler interessiert wohl vor allem eines: Wann kommen sie denn endlich, die neuen Züge? Denn: Es gibt immer neue Verspätungen in der grössten Rollmaterialbestellung in der Geschichte der SBB. Seit 2013 sollten die Züge von Bombardier zum Kostenpunkt von 1,9 Milliarden kursieren.

Doch nun zeigen Recherchen von «10vor10»: Es droht eine weitere Verspätung. Der Behindertendachverband «Inclusion Handicap» zieht die SBB vor Gericht. Einer der Gründe: Rollstuhlfahrer könnten nicht ohne Hilfe aus den Bombardier-Zügen aussteigen.

«Einsicht nehmen, diskutieren, Lösungen finden»

Die Recherche bewegt nun auch Bundesbern: Die nationalrätliche Verkehrskommission wird die neusten Probleme bereits am 13. Februar thematisieren. Das bestätigt Edith Graf-Litscher (SP), die Präsidentin der nationalrätlichen Verkehrskommission, gegenüber «10vor10».

Auch diverse Mitglieder der Verkehrskommission wollen die Probleme untersuchen. So fordert zum Beispiel BDP-Nationalrat Bernhard Guhl – der bei Bombardier-Konkurrent Siemens arbeitet: «Ich will jetzt Einsicht in alle Dokumente. Ich will sehen: Was ist ausgeschrieben worden? Was hat Bombardier angeboten? Was wurde im Werkvertrag definiert? Wenn wir all diese Dokumente haben, dann können wir diskutieren und Lösungen finden.»

Allenfalls sogar eine Untersuchungskommission

Weiter geht SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner: «Allenfalls braucht es eine parlamentarische Untersuchungskommission. Wenn man einen solchen Skandal hat – da geht es um hunderte Millionen, dann wollen wir wissen, was mit diesem Geld passiert ist.»

Die SBB wollen sich derzeit nicht äussern.

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